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34 Cent für NRW-Milchbauern in 2018

Angesichts der vielen wirtschaftlichen und geopolitischen Unsicherheiten sei eine seriöse Prognose der Milchpreisentwicklung für das Jahr 2019 kaum möglich, stellte der Geschäftsführer der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Nordrhein-Westfalen, Dr. Rudolf Schmidt, auf deren Jahrespressekonferenz fest. Als Beispiele nannte er den Brexit oder den Handelskonflikt zwischen den USA und China, deren Ausgang auch den Milchmarkt in Nordrhein-Westfalen beeinflussen würden. Hinzu komme die Ungewissheit, inwieweit die dürrebedingten Verluste bei Qualität und Verfügbarkeit von Raufutter die Milchmenge begrenzen werden. Klar sei jedoch, so Schmidt, dass dies die Kosten vieler Milcherzeuger durch Futterzukäufe in die Höhe getrieben habe und sich auch sonst die Produktionskosten durch Umweltauflagen oder die Düngerverordnung erhöht hätten.

Der Milchexperte schätzt, dass die nordrhein-westfälischen Milcherzeuger 2018 für eine Milch mit 4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß einschließlich aller Zu- und Abschläge im Durchschnitt 34,1 Cent/kg erlöst haben; das wären 2,1 Cent oder 5,8 % weniger als im Vorjahr. Getragen habe den Milchmarkt - und damit auch den Erzeugerpreis 2018 - vor allem der Fettmarkt, auch wenn in der zweiten Jahreshälfte die Butternotierungen nachgegeben und unter dem Vorjahresniveau gelegen hätten. Auf der Eiweißseite hätten sich die großen Interventionsbestände an Milchpulver negativ auf die Preisentwicklung ausgewirkt. Allerdings seien die Bestände auf zuletzt nur noch rund 100 000 t gesunken, und die Preise hätten sich in den vergangenen Monaten wieder befestigen können.

Der rheinische Vorsitzende der Landesvereinigung und Vorstandsmitglied bei FrieslandCampina, Hans Stöcker, verwies darauf, dass zwar die höhere Milchproduktion in den USA und Neuseeland in der zweiten Jahreshälfte die globalen Preise unter Druck gesetzt hätten. Durch die vom US-Präsidenten Donald Trump angezettelten Handelskonflikte könnten sich für deutsche Anbieter aber auch Chancen ergeben, wenn dadurch beispielsweise die US-Handelsbeziehungen zu Mexiko oder China gestört würden.

Quelle: AgE