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Tipps zur frühzeitigen Diagnose bei Kuh & Kalb Digital Plus

Eine regelmäßige Tierkontrolle ist immer notwendig und dient besonders der frühzeitigen Diagnose von Erkrankungen. Dabei ist es wichtig, die Anzeichen richtig zu beobachten und zu untersuchen, aber auch, anschließend entsprechend zu handeln.

Nur gesunde Kälber und Kühe sichern auf Dauer gute Melkergebnisse. Doch besonders neugeborene Kälber oder Kühe in der Transitphase sind sehr anfällig für Erkrankungen und benötigen deshalb eine intensive Beobachtung und gegebenfalls entsprechende Behandlungen. In einem Seminar der Landwirtschaftskammer NRW hat die produktionstechnische Beraterin Agnes Brammen Tipps gegeben, die Gesundheit bei Kuh und Kalb gut im Blick zu behalten. Im Mittelpunkt stand dabei die frühzeitige Erkennung kranker Tiere in der Herde. Eine frühzeitige Diagnose kann schwere Erkrankungen reduzieren Im Betriebsalltag ist es wichtig, den Blick immer wieder zu schärfen. Statt einfach durch den Stall zu laufen, sollte man die Tiere dabei intensiv beobachten. Dabei hilft es, sich eine Art "Alarmsignale" zu suchen, um die eigene Beobachtung zu kontrollieren und zu schärfen. Die Aufstellung von Arbeitsanweisungen sowohl im Büro als auch im Stall erinnern einen selbst und die Mitarbeiter an wichtige Aufgaben rund um die Tierkontrolle. Werden Anzeichen auf Erkrankungen frühzeitig erkannt, fällt die Behandlung meistens weniger dramatisch aus. Dabei soll es nicht Ziel sein, den Tierarzt z

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Nur gesunde Kälber und Kühe sichern auf Dauer gute Melkergebnisse. Doch besonders neugeborene Kälber oder Kühe in der Transitphase sind sehr anfällig für Erkrankungen und benötigen deshalb eine intensive Beobachtung und gegebenfalls entsprechende Behandlungen. In einem Seminar der Landwirtschaftskammer NRW hat die produktionstechnische Beraterin Agnes Brammen Tipps gegeben, die Gesundheit bei Kuh und Kalb gut im Blick zu behalten. Im Mittelpunkt stand dabei die frühzeitige Erkennung kranker Tiere in der Herde. Eine frühzeitige Diagnose kann schwere Erkrankungen reduzieren Im Betriebsalltag ist es wichtig, den Blick immer wieder zu schärfen. Statt einfach durch den Stall zu laufen, sollte man die Tiere dabei intensiv beobachten. Dabei hilft es, sich eine Art "Alarmsignale" zu suchen, um die eigene Beobachtung zu kontrollieren und zu schärfen. Die Aufstellung von Arbeitsanweisungen sowohl im Büro als auch im Stall erinnern einen selbst und die Mitarbeiter an wichtige Aufgaben rund um die Tierkontrolle. Werden Anzeichen auf Erkrankungen frühzeitig erkannt, fällt die Behandlung meistens weniger dramatisch aus. Dabei soll es nicht Ziel sein, den Tierarzt zu ersetzen, sondern vielmehr, ihn besser zu verstehen und Behandlungen frühzeitig mit ihm abzusprechen. In jeder Herde gibt es bekannte Einzeltiere, die beispielsweise immer im ersten Melkdurchgang sind oder besonders neugierig sind. Sind sie dann einmal nicht als erstes da, weiß man schon, dass etwas nicht stimmt. Andersherum geht das Einzeltier in großen Herden aber häufig auch unter. Im Allgemeinen helfen an erster Stelle die eigenen Sinne bei der Tierbeobachtung. Vor allem durch Sehen und Riechen fallen die meisten Dinge auf. Zusätzlich hilft auch das Fühlen oder Abtasten von Körperteilen wie beispielsweise des Pansens beim Untersuchungsgang. Hilfsmittel sind außerdem eine ausreichende Beleuchtung im Stall sowie Dokumentationsmöglichkeiten (Notizzettel, Tierlisten, Smartphone, Herdenmanagement-App etc.). Um erste Untersuchungen durchzuführen, sollten auch ein Thermometer, eine Taschenlampe und, wenn vorhanden, ein Stethoskop und ein Ketose-Messgerät bereit liegen. Ein weiterer Tipp: Perspektive wechseln! Geht man auch mal hinter den Kühen her oder wirft einen Blick von oben (beispielsweise von einer Plattform) auf die Herde, werden häufig gang andere Dinge sichtbar. Folgende Faktoren von Kühen können bei der Diagnose Aufschluss geben: Ein "Vorbericht" der Kuh hilft bei der Diagnose Um erste Anzeichen richtig zu deuten, hilft ein Blick in die Daten. Aktivitätsmesser oder MLP-Berichte liefern regelmäßig nützliche Daten. Ist beispielsweise der Kot zu dünn und der Fett-Eiweiß-Quotient zu niedrig, deuten beide Signale auf eine Acidose hin. Mit dem Aktivitätsprotokoll kann man darauf schließen, wie häufig eine Kuh zum Fressen geht oder wie abrupt sie die Bewegung beispielsweise durch eine akute Lahmheit einstellt. Im Allgemeinen sollten Auffälligkeiten bis hin zu Erkrankungen immer auch in Bezug zum Laktationsstand betrachtet werden. Liegen derartige Daten vor, sollten sie unbedingt auch genutzt werden. Auch Listen von Tränkeautomaten oder Melkrobotern sind wichtige Hilfsmittel und sollten regelmäßig kontrolliert werden. Alarmsignale in der Kälberaufzucht Den Blick schärfen, Alarmsignale beobachten und Daten kontrollieren - das gilt auch in der Kälberaufzucht und besonders während der Tränkeperiode. Besonders Atemwegserkrankungen, Durchfall und Nabelentzündungen sind häufige Diagnosen bei Kälbern. Die Daten eines Tränkeautomaten können nützlich sein, alles andere wird bei Kälbern nur direkt im Stall sichtbar. Die Tierkontrolle sollte von groß zu klein erfolgen, also begonnen beim Herden- bzw. Gruppenanblick bis hin zum Einzeltier im Detail. Die folgenden Faktoren helfen bei der Diagnose des Gesundheitsstatus von Kälbern: Quelle: Agnes Brammen, Landwirtschaftskammer NRW