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Floating Farm

Kühe beziehen schwimmenden Stall im Hafen

Die ersten 32 Milchkühe sind in das Hafenbecken von Rotterdam gezogen. Ihr neues Zuhause, der schwimmende Projektstall der Floating Farm bleibt vorerst noch für Besucher verschlossen, bis sich die Kühe eingelebt haben.

Im Sommer 2015 hat der Bau des schwimmenden zweistöckigen Kuhstalls, der Floating Farm, im Hafenbecken von Rotterdam begonnen. Jetzt konnten die ersten Kühe den mit flexiblen Liegeboxen, Melkroboter, Bodenreinigungsroboter, automatischer Fütterung und Gummiboden ausgestatteten Stall beziehen. Dies teilte das „Niederländische Büro für Tourismus & Convention" (NBTC) mit. Für Auslauf im Grünen steht den Tieren eine angrenzende Wiese zur Verfügung, die an einen Fußballplatz erinnert. Nach einer Eingewöhnungszeit für die Kühe können Stadtbewohner hier dann hautnah die Produktionsabläufe von Kuhmilch beobachten und erleben. Denn Hauptziel der Floating Farm ist es, Stadtbewohner wieder mit der Herkunft und Zubereitung der täglichen Nahrungsmittel in Kontakt zu bringen.

Die Farm arbeitet soweit wie möglich autark und es soll ein neuartiges mit der Stadt verknüpftes Kreislaufsystem entstehen: Solarzellen generieren den Strom, Gras von Sport- oder Golfplätzen der Stadt soll als eine Futterquelle für die Kühe genutzt werden, das benötigte Trinkwasser und Wasser zur Reinigung der Melkanlagen ist gesäubertes Regenwasser. Die Erzeugnisse der "schwimmenden" Kühe, Milch und Wirtschaftsdünger, sollen in der Stadt verkauft bzw. als Dünger für Grünanlagen im Stadtgebiet angeboten werden.

Ein echtes Zukunftsmodell?

Der schwimmende Kuhstall hat weltweit Interesse oder vielleicht viel mehr Neugierde geweckt. Die Entwickler der Floating Farm bewerben und rechtfertigen diese auch als potentielles Lösungsmodell für ein Aufrechterhalten der Nahrungsmittelerzeugung unter wachsendem Flächenschwund und steigendem Risiko von Überflutungen durch einen ansteigenden Meeresspiegel und Starkregenereignisse. Ein schwimmender Stall soll unabhängig vom Wasserspiegel sein.

Ob es tatsächlich ein Modell mit Zukunft ist, wird von Kritikern der Konzeptes allerdings in Frage gestellt. Zum einen sicherlich aufgrund der Stallkosten. Diese werden derzeit auf 2,6 Mio. € geschätzt. Durchaus naheliegend ist es daher zu hinterfragen, ob ein derartiges Produktionssystem nicht zu teuer für eine echte globale Lösung ist.

Die Ausführung der Anlage mutet an vielen Stellen zudem stark an ein Kunstobjekt an. So etwa die schwimmenden Solarpaneelen, die in Form einer Milchflasche angelegt sind, welche sich in der Nacht über Beleuchtungseffekte augenscheinlich "füllt". Dieser Attraktionscharakter spielt wohl eher dem Hauptziel der Anlage zu, nämlich das Interesse und besonders das Verständnis der Städter bzw. Verbraucher für die Herkunft, die aufwendige Erzeugung und dem entsprechenden Wert ihrer Nahrungsmittel zu wecken. Entsprechend dazu passt auch das geplante Angebot von Workshops wie "Kühe kuscheln", "Joghurt machen" und "Kühe melken".

Mehr Informationen zum schwimmenden Kuhstall finden Sie auf der Website www.floatingfarm.nl

Quelle: NBTC