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Grassaatgut bleibt auch in 2019 knapp Digital Plus

Grassaat ist begrenzt verfügbar. Grünlandberater empfehlen daher jetzt zeitnah Saatgut zu kaufen, damit man nicht in die Bredouille gerät, auf nicht standortangepasste oder nicht empfohlene Mischungen und Sorten zurückgreifen zu müssen.

Qualitäts-Grassaatgut ist knapp verfügbar. Grünlandberater empfehlen jetzt Saatgut (auch im Voraus für Unter-, Neueinsatzen sowie Nachsaaten im Sommer) einzukaufen, um nicht in die Bredouille zu geraten, auf nicht standortangepasste Mischungen und Sorten (ohne Qualitätssiegel) zurückgreifen zu müssen. Derartiges Saatgut ist ökonomisch kritisch, da Kompromisse in Ertragsleistung und Pflanzengesundheit damit einhergehen können. Der Preis für Qualitätssaatgut ist hoch und bleibt voraussichtlich auf diesem Niveau stabil. Futterbaubetriebe sollten sich aber nicht nur den Preis, sondern den mittel- und langfristigen Vorteil von standortangepasstem Qualitätssaatgut vor Augen halten. Betroffen sind Nachsaatmischungen bzw. Deutsches Weidelgras insgesamt aber auch Ackergrassaat. Hoher Nachsaatbedarf trifft Mindererträge in Grasvermehrung Die meisten Grünlandflächen konnten sich zwar überraschend gut von dem, bis in den Spätherbst andauernden, Trockenstress in 2018 regenerieren. Dennoch, zum jetzigen Zeitpunkt zeigen sich auch noch reichlich Bestände als sehr lückig. Diese Flächen stehen in der nahenden Frühjahrspflege zur Nachsaat an. Denn hofft man bei derart schwer geschädigten Grünlandnarben auf die Regenerationsfähigkeit der Gräser allein, verungrasen bzw. verunkrauten diese erfahrungsgemäß stärker, so Hubert Kivelitz, LWK NRW. Aber nicht nur für Nachsaat-Maßnahmen im Frühjahr sollte jetzt schon Saatgut gekauft werden, sondern auch schon im Voraus für Untersaaten im Acker

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Qualitäts-Grassaatgut ist knapp verfügbar. Grünlandberater empfehlen jetzt Saatgut (auch im Voraus für Unter-, Neueinsatzen sowie Nachsaaten im Sommer) einzukaufen, um nicht in die Bredouille zu geraten, auf nicht standortangepasste Mischungen und Sorten (ohne Qualitätssiegel) zurückgreifen zu müssen. Derartiges Saatgut ist ökonomisch kritisch, da Kompromisse in Ertragsleistung und Pflanzengesundheit damit einhergehen können. Der Preis für Qualitätssaatgut ist hoch und bleibt voraussichtlich auf diesem Niveau stabil. Futterbaubetriebe sollten sich aber nicht nur den Preis, sondern den mittel- und langfristigen Vorteil von standortangepasstem Qualitätssaatgut vor Augen halten. Betroffen sind Nachsaatmischungen bzw. Deutsches Weidelgras insgesamt aber auch Ackergrassaat. Hoher Nachsaatbedarf trifft Mindererträge in Grasvermehrung Die meisten Grünlandflächen konnten sich zwar überraschend gut von dem, bis in den Spätherbst andauernden, Trockenstress in 2018 regenerieren. Dennoch, zum jetzigen Zeitpunkt zeigen sich auch noch reichlich Bestände als sehr lückig. Diese Flächen stehen in der nahenden Frühjahrspflege zur Nachsaat an. Denn hofft man bei derart schwer geschädigten Grünlandnarben auf die Regenerationsfähigkeit der Gräser allein, verungrasen bzw. verunkrauten diese erfahrungsgemäß stärker, so Hubert Kivelitz, LWK NRW. Aber nicht nur für Nachsaat-Maßnahmen im Frühjahr sollte jetzt schon Saatgut gekauft werden, sondern auch schon im Voraus für Untersaaten im Ackerbau sowie Nach- und Neueinsaaten im Spätsommer, denn Qualitäts-Grassaatgut ist knapp verfügbar. Und wird es wohl auch bis in den Spätsommer/Herbst bleiben. Die Knappheit betrifft in erster Linie die von den Landwirtschaftskammern empfohlenen Qualitätsstandardmischungen (QSM G V), aber auch Nachsaatmischungen aus den Markenprogrammen der Saatgutunternehmen und des Handels. Das liegt zum einen daran, dass im vergangenen Sommer in der Grasvermehrung, ebenso wie im Futterbau, Nutzungen ausfielen oder Mindererträge erzielt wurden. Und zum anderen daran, dass der Nachsaatbedarf durch die Dürre höher als üblich war und noch ist. So war bereits im Herbstgeschäft die Nachfrage nach Grassaatgut um ca. 30 bis 40 % höher als üblich. Die momentane Nachfragesteigerung schätzen Experten auf 15 bis 25 %. Die Entwicklung ist jedoch nicht eindeutig abschätzbar, denn die Zeit von Auswinterungsrisiko, Mäuse- und Schwarzwildschäden sowie dem Druck auf die Etablierung von im Herbst 2018 erfolgten Nachsaaten ist noch nicht vorüber. Eine Entspannung der Angebotssituation im kommenden Sommer durch die neue Grassamenernte sei so schnell nicht zu erwarten, da letztere zunächst aufbereitet und anerkannt werden muss. Zudem sind die diesjährigen Erntemengen bei der Grassamenvermehrung (Juni/Juli) eben noch nicht abschätzbar. Auf Standorteignung und Zulassung wertlegen Vor dem Hintergrund der beschriebenen Saatgutknappheit legen Grünlandberater den Futterbau- und Grünlandbetrieben nahe, sich frühzeitig (jetzt!) mit ausreichenden Mengen insbesondere empfohlener Nachsaatmischungen bzw. mit Deutschen Weidelgrassorten der regionalen Empfehlung einzudecken. Wer sich erst im Frühjahr kurz vor der den Nachsaatmaßnahmen auf dem Grünland um Saatgut kümmere, gehe möglicherweise das Risiko ein, keine empfohlenen Qualitätsstandardmischungen zu bekommen und auf Gräsermischungen mit weniger standortgeeigneten (Deutschen Weidel-) Grassorten zurückgreifen zu müssen, so Kivelitz. Gerade in Bezug auf Ertrag und Ausdauer bzw. die Winterhärte gibt es beim Deutschen Weidelgras erhebliche Sortenunterschiede. Insofern hat die Nutzung empfohlener Sorten eine nicht zu unterschätzende wirtschaftliche Bedeutung in der Futterproduktion! Dies sollte bei der Auswahl standort-geeigneter Sorten in besonderer Weise berücksichtigt werden. Auch Ackergras-Saatgut in Verfügbarkeit begrenzt Neben dem Deutschen Weidelgras für das Grünland wurden bereits im letzten Jahr gleichermaßen verstärkt Ackerfuttergräser (Welsches Weidelgras und Einjähriges Weidelgras) für den Zwischen- und Hauptfruchtfutterbau nachgefragt. Hier wird ebenfalls von Seiten der Saatgutunternehmen und des Handels ausdrücklich auf knappe Lagerbestände hingewiesen. Auch wenn die Aussaat von Ackergras erst im kommenden Sommer bzw. Herbst ansteht, sollte man sich möglichst jetzt schon mit Saatgut regional empfohlener Sorten eindecken. Eine DE-Zulassung ist das Minimum! Sollten regionale QSM-Nachsaatmischungen (G V) bzw. regional empfohlene Deutsche Weidelgrassorten im Handel nicht mehr zur Verfügung, sollte zumindest darauf geachtet werden, dass die Sorten in Deutschland zugelassen sind, rät Hubert Kivelitz. Zugelassene Sorten aller bedeutenden Futterpflanzen in Deutschland sind in der Beschreibenden Sortenliste des Bundessortenamtes zu finden. Quellen: Hubert Kivelitz (LWK NRW), Deutsche Saatveredelung AG (DSV) NEUE TIPPS AUS DER GRÜNLANDBERATUNG ZUR FRÜHJAHRSPFLEGE FINDEN SIE IN DEM ELITE-ARTIKEL "GRÜNLANDPFLEGE: WENN WENIGER MEHR IST"