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WJ 2018/19

Einkommensrückgang im laufenden Wirtschaftsjahr erwartet Digital Plus

Der Verband der Landwirtschaftskammern prognostiziert einen Einkommensrückgang im WJ 2018/19. Fallende Milchpreise und Mehrausgaben für Futter führen dazu, dass die Unternehmensergebnisse der Futterbaubetriebe zwischen 25 % und 54 % nachgeben.

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben sich für die landwirtschaftlichen Betriebe im laufenden Wirtschaftsjahr erheblich verschlechtert. Im Durchschnitt aller Betriebe sind niedrigere Unternehmensergebnisse zu erwarten, regional und je Produktionszweig sogar bedrohliche Einbrüche. Das prognostiziert der Verband der Landwirtschaftskammern (VLK) mit Verweis auf die Buchführungsergebnisse von Haupterwerbsbetrieben aus dem Wirtschaftsjahr 2017/18 und den ersten sechs Monaten von 2018/19 sowie Trendanalysen. Wie der VLK am Montag vergangener Woche (14.1.2019) feststellte, ist die Dürre des Jahres 2018 eine der Ursachen für den zu erwartenden deutlichen Einkommensrückgang. Die Ergebnisse der Futterbaubetriebe dürften laut der VLK-Prognose aufgrund der niedrigeren Milchpreise bei gleichzeitig deutlich höheren Futtermittelausgaben um ein Viertel bis gut die Hälfte nachgeben. Erreicht werden dürften hier dem Verband zufolge Gewinne von durchschnittlich 52.000 Euro bis 62.000 Euro. Fehlendes Grundfutter treibt Futterkosten in die Höhe Die Futtermittelkosten nehmen in diesem Jahr einen erheblichen Teil als Einkommens-Killer ein. Seit April 2018 war das Wetter über Deutschland deutlich zu warm und in Verbindung mit einem ausgeprägten Mangel an Niederschlägen ergab sich eine Dürre in bislang kaum bekanntem Ausmaß. In erster Line davon betroffen waren Nord-/Nord-Westen und Ostdeutschland. Auf dem Grünland konnte in vielen Regionen nur der erste Schnitt des Jahres 2018 menge

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Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben sich für die landwirtschaftlichen Betriebe im laufenden Wirtschaftsjahr erheblich verschlechtert. Im Durchschnitt aller Betriebe sind niedrigere Unternehmensergebnisse zu erwarten, regional und je Produktionszweig sogar bedrohliche Einbrüche. Das prognostiziert der Verband der Landwirtschaftskammern (VLK) mit Verweis auf die Buchführungsergebnisse von Haupterwerbsbetrieben aus dem Wirtschaftsjahr 2017/18 und den ersten sechs Monaten von 2018/19 sowie Trendanalysen. Wie der VLK am Montag vergangener Woche (14.1.2019) feststellte, ist die Dürre des Jahres 2018 eine der Ursachen für den zu erwartenden deutlichen Einkommensrückgang. Die Ergebnisse der Futterbaubetriebe dürften laut der VLK-Prognose aufgrund der niedrigeren Milchpreise bei gleichzeitig deutlich höheren Futtermittelausgaben um ein Viertel bis gut die Hälfte nachgeben. Erreicht werden dürften hier dem Verband zufolge Gewinne von durchschnittlich 52.000 Euro bis 62.000 Euro. Fehlendes Grundfutter treibt Futterkosten in die Höhe Die Futtermittelkosten nehmen in diesem Jahr einen erheblichen Teil als Einkommens-Killer ein. Seit April 2018 war das Wetter über Deutschland deutlich zu warm und in Verbindung mit einem ausgeprägten Mangel an Niederschlägen ergab sich eine Dürre in bislang kaum bekanntem Ausmaß. In erster Line davon betroffen waren Nord-/Nord-Westen und Ostdeutschland. Auf dem Grünland konnte in vielen Regionen nur der erste Schnitt des Jahres 2018 mengenmäßig zufriedenstellen. Danach war der Aufwuchs vielerorts nur noch mäßig. Teilweise verbrannte die Grasnarbe so sehr, dass eine Nach- oder Neuansaat des Grünlandes erforderlich wurde bzw. wird. Zudem verdorrte der Mais auf den Feldern und musste deshalb früher, teilweise bereits im August, gehäckselt werden. Insofern lassen auch die Maiserträge stark zu wünschen übrig. Als Folge der ungünstigen Witterungsbedingungen bestehen insbesondere für rinderhaltende Betriebe vielfach große Probleme bei der Grundfutterversorgung. Vielerorts müssen neben dem Zukauf von Gras- und Maissilage fehlende Energiegehalte für eine leistungsgerechte Fütterung der Rinder und Kühe durch erhöhte Ergänzungsfuttermengen teuer ausgeglichen werden. Bis einschließlich November hielt die zu warme und zu trockene Witterung an. Aus pflanzenbaulicher Sicht war damit der Herbst bereits ein schlechter Start in das Kalenderjahr 2019. Milchpreise geben nach & Rindermarkt unter dem Einfluss der Dürre Gleichzeitig zu der prekären Futtersituation der Betriebe liegen die Milchpreise in Deutschland merklich unter Vorjahresniveau. Für die zweite Hälfte des Wirtschaftsjahres 2018/19 erwarten die Landwirtschaftskammern eine Stabilisierung. Im Mittel des Wirtschaftsjahres wird von durchschnittlichen Milcherlösen in Höhe von ca. 34 Cent/kg ausgegangen. Auch für den Schlachtmarkt bei Rindern verursacht die Dürre des vergangenen Sommers deutliche Auswirkungen. Wegen der Futterknappheit wurden Altkühe vorzeitig geschlachtet, da viele Landwirte ihre Bestände mit weniger Grundfutter versorgen müssen. Der Angebotsdruck im zweiten Halbjahr 2018 kann die Stabilität der Vorjahrespreise nicht gewährleisten. Das relativ große Angebot wirkt sich auch auf die Preise der Jungbullen aus, die das erfreuliche Vorjahresniveau nicht wiederholen können. Auch die Färsen- und Kälberpreise stehen unter Druck. Gewinnsituation der Futterbaubetriebe in 2018/19 deutlich angespannt Die niedrigeren Milchpreise und die beachtlichen Mehrausgaben für Futtermittel führen dazu, dass die Unternehmensergebnisse der rinderhaltenden Futterbaubetriebe in Deutschland zwischen 25 % und 54 % nachgeben werden. Erreicht werden können absolute Gewinne zwischen 50.000 Euro und 62.000 Euro. Auch die Nettorentabilität als Indikator für die Wirtschaftlichkeit bricht laut der Prognose ein. Die Landwirtschaftskammern ermitteln Werte zwischen 66 % und 83 %. Die eingesetzten Faktoren Arbeit, Kapital und Boden können somit nicht voll vergütet werden. Für eine voll beschäftigte Familienarbeitskraft bleibt damit ein Unternehmensergebnis zwischen 30.000 Euro und 46.000 Euro übrig. Exkurs – Schweinebetriebe schlimm getroffen: Im Ergebnis der Auswertung des Verbandes der Landwirtschaftskammern ließen sich in keiner Hauptausrichtung der Landwirtschaft die eingesetzten Faktoren voll entlohnen. Besonders hart treffe es allerdings die Schweinehalter. Die für 2018/19 berechneten Unternehmensergebnisse der Veredlungsbetriebe lägen zwischen nur 19.000 Euro für Niedersachsen und 27.000 Euro für Nordrhein-Westfalen – das entspreche einer Verschlechterung von 70 % sowie 44 % im Vergleich zum WJ 2017/18. Zu bedenken bleibe, dass auch gesetzliche Einschränkungen in der Schweinehaltung, im Baurecht sowie die Umsetzung der verschärften Düngeverordnung den Strukturwandel in der Landwirtschaft neben den geringen Einkommen voraussichtlich weiter beschleunigen werden, merkt der Verband abschließend an. Quelle: AgE