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Bio Suisse verordnet Umstellungsstopp für 2020

Bio Suisse erwartet für 2020 eine Überproduktion an Biomilch in der Schweiz. Daher wurde eine Wartelistenpflicht verhängt: Vom 1. Januar 2020 bis am 31. Mai 2020 können schweizweit keine neuen Biomilchproduzenten aufgenommen werden.

Im vergangenen Jahr 2018 haben sich in der Schweiz so viele Milcherzeuger zur Umstellung ihrer Produktion auf Bio angemeldet, dass der Dachverband Bio Suisse für 2020 eine Überproduktion erwartet. Denn die Nachfrage seitens Verarbeitern und Konsumenten wachse in der Schweiz im Vergleich zum Angebot nur verhalten. Konkret rechnet Bio Suisse mit einer jährlichen Mengensteigerung von je 7% für 2019 und 2020. Um einen Preiszerfall durch Überangebot zu verhindern, hat Bio Suisse Anfang 2019 entschieden, neue Biomilchproduzenten auf eine Warteliste zu setzen.

Die Wartelisten-Pflicht

Bio Suisse verlangt von ihren Mitgliedern eine Pflichtmitgliedschaft in einer der sechs anerkannten Produzenten-Organisationen in der Schweiz (Suisse Biomilch, Verein Bio-Lieferanten Emmi-Biedermann, Berner Biomilch Gesellschaft, PMO Züger/Forster, Progana, IG Bio ZMP). Diese Pflichtmitgliedschaft soll zu mehr Transparenz bei den Milchmengen führen und genauere Prognosen erlauben. Beispielsweise können die Bio-Milchorganisationen ihre Lieferanten auf Wartelisten setzen, wann immer sie zu viel Milch haben. In der Regel ist dies ein Instrument, das die Milchorganisationen freiwillig einsetzen können. 2013 hatte die Bio Suisse die Warteliste jedoch erstmals verpflichtend verordnet. Jetzt ist es aufgrund der erwarteten Milchmengen wieder soweit.

Der Entschluss für 2020 eine obligatorische Warteliste einzuführen, wurde Anfang 2019 getroffen: Vom 1. Januar 2020 bis zum 31. Mai 2020 dürfen schweizweit keine neuen Biomilchproduzenten aufgenommen werden. Das heißt konkret auch, dass ein Umstellungsbetrieb, der den Bio-Status zum 1. Januar 2020 erreicht, seine Milch als konventionelle Milch abliefern muss. Diese Maßnahme kann höchstens bis Ende 2020 verlängert werden.

Ab Juni 2020 wieder aufgehoben

Grundsätzlich erwartet man in den Sommermonaten weniger Biomilch in der Schweiz, da viele Kühe den Sommer auf konventionellen Alpen verbringen. Der Biomilchpreis steigt daher in der Regel von Mai bis September an. Um die saisonalen Schwankungen etwas auszugleichen, soll die obligatorische Warteliste für neue Biomilchproduzenten ab Juni 2020 wieder aufgehoben werden.

Trotzdem dürfe man sich fragen, wie die Situation für Schweizer Biomilchproduzenten in Zukunft aussehen kann. Die eingeführte Warteliste ist für Marktexperten ein klares Signal, dass die Produktion in der Nische Biomilchmarkt nicht beliebig ausgedehnt werden kann.

Hintergrund-Info: Biomilch fällt inzwischen mit einem Anteil von 6,3% an der gesamten Schweizer Milchproduktion ins Gewicht. Die rund 4.000 Bio-Betriebe produzierten 2018 über 240.000 t Milch (+5% zu 2017). Etwa 170 bio-zertifizierte Molkereien verarbeiten die Milch. Trinkmilch und Käse machen zusammen knapp 63% der Verwertung aus.

Quelle: schweizerbauer.ch