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Trübe Aussichten für Export von Milcherzeugnissen

Milch im Glas
Rund 4 % der 2016 im Bundesgebiet produzierten Konsummilch wurden nach China exportiert. Damit ist China wichtigster Auslandskunde im Segment Trinkmilch. Foto: Berkemeier

Die deutsche Milchwirtschaft blickt besorgt auf die Aussichten im Exportmarkt für 2017, unübersehbar seien weltweit die Tendenzen hin zu einem Abschotten von Märkten. Das teilt die Export-Union für Milchprodukte e.V. in ihrem Jahresbericht mit. In 2016 seien gute Exportergebnisse erzielt worden.

Die deutsche Milchwirtschaft beurteilt ihre Aussichten im Export mit Vorsicht, Sorgen bereiten die weltweit "unübersehbaren protektionistischen Tendenzen" zur Abschottung der Märkte, auch innerhalb der Europäischen Union. Das teilte die Export-Union für Milchprodukte vergangene Woche mit.

Die Branche sieht daher sowohl die Bundesregierung als auch die EU-Kommission gefordert,  sich eindeutig gegen eine drohende Marktabschottung zu stellen. Gerade innerhalb der Gemeinschaft sollte strikter als bisher darauf geachtet werden, dass Abschottungsmaßnahmen am Markt, wie nationale oder regionale Herkunftskennzeichnungen untersagt würden. Diese stellten schließlich sehr häufig Handelshemmnisse dar. Ebenso wie die „subtile Behinderung“ des internationalen Handels durch öffentlich-rechtliche Stellen.

Der Export-Union zufolge haben sich die Aussichten in den ersten beiden Monaten 2017 spürbar eingetrübt. Negativ hätten sich die im Weltmarktvergleich hohen Inlandspreise für Milchfett auf den Drittlandsexport von Butter ausgewirkt. Noch schwieriger hätten sich die Ausfuhren von Käse entwickelt.

Jahresbericht 2016: Trotz schwieriger Marktlage zufriendenstellend

Die Exportergebnisse der deutschen Unternehmen im Jahr 2016 wurde angesichts einer schwierigen Marktlage als insgesamt zufriedenstellend bewertet. Starke Schwankungen in der Mengen- und Preisentwicklung mussten über alle Produktgruppen bewältigt werden.

Käse: Die Käseausfuhren konnten 2016 trotzdem mit 1,18 Mio. t einen neuen Rekordwert erreichen. Sie lagen um 0,7 % über dem Niveau von 2015, berichtet die Export-Union.

  • EU-Export: In der Detailbetrachtung seien die Exporte von Käse in die EU-Nachbarländer nach einem guten ersten Halbjahr mit einem Plus von 7 % insgesamt jedoch zurückgegangen. Sie hätten zum Jahresabschluss knapp unter dem Vorjahr gelegen. Innerhalb der EU hatten vor allem die Niederlande, aber auch das Vereinigte Königreich und Frankreich weniger deutschen Käse nachgefragt. Die stärkere Nachfrage aus Ungarn mit einem Zuwachs von rund 18 % sowie aus Polen hätten das entstandene Minus aufgrund der geringen Gesamtmenge nicht ausgleichen können. Trotz des Rückgangs um gut 5 % bleibe die Niederlande nach Italien das zweitwichtigste Ausfuhrland für deutschen Käse.
  • Drittland-Export: Mit einem Anstieg um 18,5 % haben sich die Käseausfuhren in Drittländer 2016 sehr positiv entwickelt. Die vier Hauptabsatzländer waren die Schweiz, Japan, USA und Südkorea. Insgesamt hätten die deutschen Molkereien 2016 mit 2,4 Mio. t rund die Hälfte des erzeugten Käses im Ausland absetzen können, davon rund 10 % in Drittländer.
Butter: Die Butterausfuhren aus Deutschland fielen 2016 der Export-Union zufolge um 4,7 % kleiner aus als 2015.

  • EU-Export: Der Löwenteil der Butterausfuhren verbleibe mit 117.000 t innerhalb der EU. Aber hier sei die Nachfrage um fast 8 % zurückgegangen.
  • Drittland-Export: Aus Drittländern sei mit 27 % mehr Butter geordert worden als bisher, so dass mittlerweile etwas über 15.500 t deutsche Butter außerhalb der EU verkauft würden.
Die gesamte Butterproduktion der EU sei 2016 um 2,5 % oder gut 50.000 t angestiegen, während sie in Deutschland um 0,2 % leicht gesunken war. Ein Großteil der zusätzlich produzierten Mengen in der EU wurde auf dem Weltmarkt verkauft. In der Folge seien die Butterexporte der EU auf fast 220.000 t gestiegen. Diese hätten damit um 19 % höher gelegen als 2015 und den höchsten Stand seit 2007 erreicht.

China ist wichtigster Auslandskunde für deutsche Trinkmilch

Wichtigster Abnehmer für deutsche Trinkmilch ist nach Angaben der Export-Union mittlerweile China. Im vergangenen Jahr seien 213.000 t abgepackte Milch aus Deutschland in das „Reich der Mitte“ geliefert worden. Das entspreche rund 4 % der im Bundesgebiet 2016 produzierten Konsummilch. Damit sei China in diesem Segment wichtigster Auslandskunde und habe die Niederlande als Abnehmer von deutscher Trinkmilch von Platz eins verdrängt.

  • Frische Produkte: Insgesamt seien in 2016 rund 1 Mio. t Milch und Rahm in Kleinpackungen exportiert worden, davon annähernd 350.000 t in Drittländer.
  • Trockenmilchprodukte: Rückläufige Tendenzen wurden bei den Ausfuhren von Trockenmilchprodukten verzeichnet. Sowohl bei Kondensmilch, Vollmilch- und Molkenpulver als auch bei Kasein hätten die Ausfuhrmengen 2016 unter denen des Vorjahres gelegen, während die Magermilchpulverexporte stabil geblieben seien. Zugelegt hätten lediglich die Ausfuhren von Laktose.
Export Union
Quelle: Export-Union

Quelle: Export-Union (02.03.2017); AgE

Bearbeitet: Berkemeier
 
 

Schlagworte

Export, Union, 2016, Aussichten, Tendenzen, Milchprodukte, Milchwirtschaft, Ausfuhren, insgesamt, gelegen

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