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Mehr als 200.000 Zellen kosten richtig Geld

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Liegt in der ersten Kontrolle der Zellgehalt über 200.000 Zellen, treten nachfolgend in der Laktation häufiger Euterentzündungen auf. Foto: Elite

Ein Zellgehalt von 200.000 Zellen/ml Milch sollte in der ersten Milchkontrolle auf keinen Fall überschritten werden. Liegt der Zellgehalt in der ersten Kontrolle über dem Schwellenwert, kostet das den Milcherzeuger richtig Geld.

Denn ein hoher Zellgehalt in der 1. Milchkontrolle (MLP) lässt die Milchleistung sinken, zieht oftmals weitere Erkrankungen im Laktationsverlauf nach sich und führt zudem noch zu einer verminderten Fruchtbarkeit und letztlich zu höheren unfreiwilligen Remontierungsraten (geringere durchschnittliche Nutzungsdauer).

Das geht sich aus einer Auswertung hervor, die diese Woche auf dem NMC 2016 in Phoenix (Arizona) von Zoetis präsentiert wurde. Eingeflossen sind in die Studie die Milchleistungs- und Tiergesundheitsdaten von 164.423 Holsteinkühen aus 22 nordamerikanischen Milchkuhherden. Laut Dr. Mark Kirkpatrick führte ein Zellgehalt von über 200.000 Zellen in der 1. MLP zu:

  • einer Minderleistung von 718 kg Milch (-203 $ IOFC = Income over feed costs)
  • + 4,2 % höheren Zwangsabgängen bis zum 60. Laktationstag (2,3 % vs. 6,5 %)
  • + 7,7 % höheren Zwangsabgänge bis zum 120. Laktationstag (5,5 % vs. 13,2 %)
  • einer 17,7 %igen Zunahme von Kühen, die bis zum 60. Laktationstag eine klinische Mastitis entwickeln (7,9 % vs. 25,6 %)
  • einer Verlängerung der Güstzeit von 17 Tagen (länger „leer“)

1 Effekt des Zellgehaltes in 1. MLP
1. Milchkontrolle Zellen/ml
< 200.000 > 200.000 Diff
Milchverlust gesamte Laktation 718 kg
Abgänge bis 60. Laktationstag 2,26% 6,49% 4,23%
Klin. Mastits bis 60. Laktationstag 7,85% 25,61% 17,76%
Tage leer 130 147 17

Eine klinische Mastitis, erstmals während der ersten 60 Laktationstage aufgetreten, führte hingegen zu:

  • einer Minderleistung von 456 kg Milch (-129 $ IOFC = income over feed costs)
  • + 6,0 % höheren Zwangsabgänge bis zum 60. Laktationstag (7,8 % vs. 13,8 %)
  • + 10,0 % höheren Zwangsabgänge bis zum 120. Laktationstag (11 % vs. 21 %)
  • einer Verlängerung der Güstzeit von 17 Tagen (länger „leer“)

2 Effekt Mastitis bis zum 60 .Laktationstag
1. Milchkontrolle Zellen/ml
< 200.000 > 200.000 Diff
Milchverlust gesamte Laktation 456 kg
Abgänge bis 60. Laktationstag 7,78% 13,73% 5,95%
Klin. Mastits bis 60. Laktationstag 10,97% 20,95% 9,98%
Tage leer 129 146 17

Kosten nicht unterschätzen!

Letztlich können sich die Kosten, die durch eine subklinische Mastitis zu Laktationsbeginn entstehen (> 200.000 Zellen in 1. MLP), erheblich summieren. Unter dem Strich fehlt mehr als nur die Mindereinnahmen, die sich aus dem Milchverlust ergeben. Zu beachten sind auch die Behandlungskosten, die durch das Auftreten wiederholter eine klinischer Mastitiden entstehen können. Bei mehr als 200.000 Zellen in 1. MLP treten nachfolgend häufiger Euterentzündungen auf, die Reproduktionsleistung sinkt und damit steigen letztlich auch die Remontierungskosten (zudem ist oftmals so keine Leistungsselektion mehr möglich).

 

Was ist zu tun, um Zellzahlen in der ersten Laktationswochen unter 200.000 Zellen zu drücken?

  • Die trockenstehenden Kühe hygienisch, sauber und trocken aufstallen (auf ausreichend Raumangebot, Licht, Luft und trockene, bequeme Liegeflächen achten!)
  • Einsatz auf das vorhandene Erregerspektrum abgestimmte antibiotische Trockenstehsteller, um vorhandene Infektionen während der Trockenperiode auszuheilen.
  • Alle Kühe mit einem Zitzenversiegler behandeln, um in der melkfreien Periode Neuinfektionen zu verhindern.
  • Bei Problemen mit E.Coli-Mastitis die Kühe vorbeugend impfen (core antigen vaccines).

 

 

 

Schlagworte

Zellen, 200.000, Zellgehalt, höheren, MLP, Laktationstag, Milchkontrolle, Mastitis, letztlich, oftmals

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