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6. Bovibond Klauenpflege-Tagung

Die Klauenpflege im Fokus

Bovibond Tagung 2012

Am vergangenen Wochenende fand bereits zum 6. Mal die Bovibond Klauenspezialisten-Tagung im westfälischen Billerbeck statt. 135 Teilnehmer aus 12 Nationen tauschten sich u.a. über neue Klotz-Klebetechniken, nicht-heilende Klauenläsionen und anatomische Veränderungen des Klauenbeines aus.

In praktischen Workshops demonstrierte Dr. Andrea Fiedler (Tierärztin, München) eine neue Klotz-Klebetechnik für besondere Problemfälle. Ein Klotz wird zumeist auf die hintere, gesunde Innenklaue geklebt, um die erkrankte Außenklaue (z.B. Sohlengeschwür, Weiße-Linie-Defekt, etc.) zu entlasten. Was aber tun, wenn auch die Innenklaue ein Problem hat oder die Sohle zu dünn ist (z.B. auf stark abrasiven Böden) und die Belastung nicht aushält?
Dann kann mit einer neuen Methode der Klotz auch über die Klauenwand aufgehängt und die Sohlenfläche abgepolstert werden.

Klotz
Das funktioniert so:
  • Den „normalen“ Kleber nur am Wandhorn (Weiße-Linie) auftragen und die Wand hochziehen (glätten!).
  • Den Klotz auf den Kleber aufsetzen.
  • Kunststoffbinden um den Klotz wickeln (zum Abdichten) und einen dünnflüssigen Kleber durch ein Loch im Klotz in den Zwischenraum unter die Sohle füllen. Der zweite Kleber aus der Pferdeheilkunde ist weich und polsternd und dient als Hornersatz.
  • Den Klotz abschließend auf die Hälfte abschleifen bzw. vorher teilen (Ziel: 20-23 mm Höhe).
Die so angebrachten Klötze halten 1,5 bis 2 Wochen. Material und Arbeitsaufwand sind mit rund 50,- € pro Klotz zu veranschlagen. „Das ist nichts für jede Kuh, aber eine Idee für bestimmte Fälle oder besonders wertvolle Tiere“, so Dr. Fiedler.

Fettpolster kann sich regenerieren!

Fettpolster
Im Workshop von Dr. Christoph Mülling (Veterinärmedizinische Fakultät der Universität Leipzig) konnten die Teilnehmer an Totklauen eine frisch ausgeschuhte Klaue und mehrere Präparate begutachten. Besonders eindrucksvoll war das freigelegte Fettpolster, das zwischen Klauenbein und Lederhaut jeden Schritt der Kuh abfedert. Mülling erklärte, dass das Fettpolster bei älteren Kühen hauptsächlich aus Fettzellen, bei Färsen dagegen aus Bindegewebe besteht und sich erst entwickeln muss. Zudem stellte er klar, dass die Dicke des Fettpolsters abhängig von der Körperkondition der Tiere ist und sich regenerieren kann. Die Zahl der Fettzellen ist konstant! Lediglich bei sehr starkem Druck auf die Fettzellen (z.B. bei Fehlstellungen) kann das Gewebe absterben.

Klauenbein wird rau und brüchig

Klauenbein
Der Tierarzt Roger Blowey (Gloucester, UK) führte in den letzten 12 Monaten 35 Klauenamputationen durch, alleine 30 Fälle aufgrund von Zehennekrosen oder nicht-abheilenden Läsionen. Immer wieder setzt sich die Mortellaro’sche Krankheit in der letzten Zeit auch auf Klauenkrankheiten wie Sohlengeschwüre, Weiße-Linie-Defekte etc. Die Lederhaut entzündet sich, Gewebe stirbt ab, das Klauenbein verformt sich. Knochenzubildungen (Spitzen) drücken in die Lederhaut und erzeugen immer wieder Druckstellen. Die Entzündung greift auch die Knochen an, das Knochenmaterial wird brüchig wie bei Osteoporose. Zubildungen oben an der Kappe blockieren die Bewegung des Gelenks. Es reiben Knochen auf Knochen aneinander, die Kuh kann nur noch unter großen Schmerzen laufen. Blowey rät, bei chronisch lahmen Kühen, den geschwollenen Kronsaum genauer zu begutachten. Ist er mit dem Finger eindrückbar und weich, so ist „lediglich“ eine Infektion im Fuß. Sind aber beim Druck-Test harte Strukturen zu fühlen, so haben sich bereits Verformungen am Klauenbein gebildet, es hilft nur noch die Amputation.

Schlagworte

Klotz, Tagung, Bovibond, Innenklaue, Klauenpflege, Linie, Sohle, Weiße, Kleber, Klauenbein

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