MUH: „Alles andere als gut“ …

muh_girl... verlaufen ist für die Milch-Union Hocheifel eG (MUH) nach den Worten ihres geschäftsführenden Vorstandes Rainer Sievers das Krisenjahr 2009. Trotz einer Steigerung der Milchverarbeitungsmenge schrumpfte der Umsatz um 15 %. Der Auszahlungspreis lag erstmals unter dem Bundesdurchschnitt. Um am Markt bestehen zu können, will das Unternehmen jetzt kräftig wachsen. Neue Lieferanten sind willkommen, weitere Rohstoffquellen sollen in Belgien und im Rheinland erschlossen werden.

Der durchschnittliche Auszahlungspreis der MUH - in den vergangenen zehn Jahren immer über dem Bundesdurchschnitt angesiedelt - lag bei 23,75 Ct/kg (netto) und damit um mehr als 10 Ct unter dem Wert des Jahres 2008. Erstmals zahlte die MUH weniger als das bundesweite Mittel aus (- 0,08 Ct/kg).

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Trotz einer um 6,6 % auf 1,148 Mrd. kg Milch gewachsenen Verarbeitungsmenge und einer erneuten Absatzsteigerung auf 1,401 Milliarden Verpackungseinheiten (Vorjahr: 1,334 Mrd.) brach der Umsatz der Molkerei um knapp 15 % auf 527,7 Mio. € ein.

Die Eigenanlieferung der MUH-Mitglieder ist in 2009 weiter angestiegen und lag mit 1,09 Mrd. kg um 6,8 % über dem Vorjahresniveau. Die durchschnittliche Anlieferungsmenge je Landwirt hat im Berichtsjahr bei etwa 426.000 kg Milch gelegen, nach 390.000 kg in 2008. Das entspricht einer Steigerung um 8,8 %.

Als Erfolgsgeschichte bezeichnete Vertriebschef Meier die laktosefreie Produktlinie: 2009 sei es gelungen, den Jahresabsatz in diesem Segment um 60 % zu steigern. Auch in der Großverbraucherbranche habe sich die MUH erfolgreich positioniert und im Bereich der Gebinde für Catering, Kantinen und Krankenhäuser einen deutlichen Umsatzanstieg verbucht.

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Auslandsgeschäft erfolgreich
Mittlerweile liefert die MUH in 45 Länder weltweit, das Auslandsgeschäft des Unternehmens macht bereits rund 40 % des Gesamtumsatzes aus (75 % davon entfallen auf Frankreich, die Niederlande, Belgien und Spanien). In Frankreich hat die MUH-France im vergangenen Jahr einen Umsatzanstieg von 60 % auf rund 46 Mio. Euro erzielt. „Wir sind inzwischen etablierter Lieferant für zahlreiche Lager des französischen Lebensmitteleinzelhandels sowie der Großverbraucherbranche und damit der bedeutendste ausländische Anbieter für H-Milch auf dem französischen Markt“, erklärt der Vertriebschef Meier.

Alle Hebel auf Zukunft gestellt – Schlagkraft wird erhöht
Für das laufende Geschäftsjahr erwartet Molkereichef Sievers wieder steigende Zahlen - eine Milchverarbeitungsmenge von etwa 1,23 Mrd. kg und eine deutliche Erholung des Auszahlungspreises. Auf eine konkrete Preismarke wollte sich der Unternehmenschef allerdings nicht festlegen. Da das wirtschaftliche Ergebnis und damit der ausgezahlte Milchpreis des Jahres 2009 für die Mitglieder völlig unzureichend gewesen seien, habe man die Optimierung der strategischen Ausrichtung der MUH nochmals beschleunigt. „Wir werden unsere Schlagkraft deutlich erhöhen, denn wir haben alle Hebel auf Zukunft gestellt.“

Allerdings sei man mit dem Ergebnis des ersten Halbjahres 2010 unter dem Strich nicht zufrieden, so Sievers. Dennoch glaubt der Unternehmenschef, dass die zweite Jahreshälfte von einem steigenden Milchpreis geprägt sein dürfte.

Für die Zukunft setzen Vorstand und Aufsichtsrat der MUH auch weiterhin auf die Selbständigkeit des Unternehmens. Insgesamt habe man 2009 eine Summe von 33,40 Mio. Euro investiert; weitere 30 Mio. Euro folgten in diesem Jahr. Sievers sieht die Unabhängigkeit unter anderem auch durch eine weitere Steigerung der Milchverarbeitungsmenge gesichert (die Milchverarbeitungsmenge 2010 soll um bis zu 80 Mio. kg auf rund 1,24 Mrd. kg ansteigen), u.a. auch durch die Aufnahme neuer Landwirte im laufenden Geschäftsjahr. Hier habe man insbesondere Landwirte in Belgien im Visier, auch mit Betrieben vom Niederrhein führe man Gespräche.

(Anmerkung: Ende 2007 ist der geplante Zusammenschluss der MUH mit der Humana Milchunion und der Hansa-Milch AG in Mecklenburg-Vorpommern geplatzt. Einer Kooperation mit der ebenfalls in der Eifel beheimateten Hochwald-Gruppe räumen Insider der Molkereiszene erst nach einem Personalwechsel in den Führungsgremien beider Molkereien Chancen ein).

 

 

 

Artikel geschrieben: Donnerstag, 08. Juli 2010 um 12:54 Uhr Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. Drucken  << Zurück

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