
Viele Neugeborene belecken nach der Geburt auf der Suche nach dem Euter ihre Mütter. Wenn sie dabei Schmutz oder Kotreste aufnehmen, dann lässt der Durchfall nicht lange auf sich warten.
Wie viele ihrer Kälber werden in einer trockenen, sauberen Umgebung geboren? Wie viele der neugeborenen verbringen die ersten vier, acht, 16 Stunden in einem Stallabteil, in dem sie keine „Mist-Mahlzeit“ aufnehmen?
Die beste Vorbeuge gegen Durchfallerkrankungen bei Kälbern, ist das Verhindern der Aufnahme von Gülle und Mist vor der ersten Verabreichung des Erstkolostrums. Denn wenn Umwelterreger und Bakterien in das Kälbermaul gelangen, dann ist der Durchfall schon so gut wie vorprogrammiert, denn die Bakterien wandern weiter in den Magen-Darm-Trakt, wo sich entfalten. Es ist dann nur noch eine Frage der Zeit, bis der Durchfall eintritt.
Der noch „jungfräuliche“ Magen-Darm-Trakt verfügt über zu diesem Zeitpunkt noch über keine eigenen Abwehrmechanismen, welche sich den eindringenden Bakterien entgegenstellen. Vor allem Colibakterien richten hier großen Schaden an. Gegen diese hartnäckigen Erreger kommt allerdings auch nicht das Kolostrum an, die darin enthaltenen Abwehrstoffe können die Besiedlung der Magen- und Darmschleimhäute mit den Colierregern nicht verhindern. Deshalb ist es so wichtig, die Kälber während der ersten Lebensstunden in einer absolut sauberen Umgebung unterzubringen.
Wie lässt sich das in der Praxis umsetzen?
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