
Fütterungsfehler sind oft Ursache von Klauenkrankheiten. Deshalb ist es wichtig, immer wieder die eigene Fütterung zu checken.
Klauenrehe werden oft spät erkannt und fallen erst durch vermehrtes Auftreten von Sohlengeschwüren, doppelter Sohle oder Defekte an der Klauenwand auf. Oft weiß man dann die eigentliche Ursache der Rehe nicht mehr. Schwierig ist auch festzustellen, ob die Rehe tatsächlich auf Fütterungsfehlern oder auf zu starker Belastung beruht. Einziges Merkmal einer Belastungsrehe ist, dass die Außenklaue stärker betroffen ist, während bei einer Fütterungsrehe die gesamte Klaue betroffen ist. Ursachen für Klauenrehe können sein:
Pansenfermentationsstörungen, Ketosen und Eiweißüberschuss
Pansenazidosen sind das Resultat von zu energie-/kraftfutterreichen und rohfaserarmen Fütterung oder einer Ration mit zu großen Mengen an leicht verdaulichen Kohlenhydraten. Die Kuh bildet dann nur noch wenig Speichel und der saure pH-Wert im Pansen kann nicht mehr abgepuffert werden. Dadurch sterben zahlreiche Pansenbakterien und schädliche Substanzen wie Histamine, Endotoxine oder Nitrit werden freigesetzt. Gelangen diese ins Blut, schädigen sie die Gefäße der reich durchbluteten, Horn bildenden Lederhaut. Die Hornbildung leidet dadurch und Schmutz und Keime können leichter eindringen. Klauenrehe kann zeitversetzt folgen. Deshalb:
Vitamin- und Mineralstoffunterversorgung
Insbesondere ein Mangel der Mengenelemente Schwefel, Zink, Kupfer und Selen sowie dem Vitamin Biotin und den fettlöslichen Vitaminen A, D und E kann zu einem minderwertigem, schwachen Klauenhorn führen. Kühe müssen deshalb mit einem Mineralfutter versorgt werden, welches nach deren Bedarf ausgerichtet ist.
Weiterhin können Belastungen der Kühe mit Pilzen, Hefen und Bakterien durch Futterkontaminationen Klauenrehe auslösen. Und auch alle Erkrankungen, bei denen toxische Substanzen freigesetzt sowie resorbiert werden und letztlich eine Durchblutungsstörung und Entzündung der Klauenlederhaut bewirken, wie z.B. Mastitis, Milchfieber, Nachgeburtsverhalten, Gebärmutterentzündung, begünstigen Klauenrehe.
Quelle: Dr. K. Mahlkow-Nerge, LWK Schleswig-Holstein
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