
Knapp ein Drittel der Grassilagen weist in diesem Jahr hohe Restzuckergehalte von mehr als 10 % auf. Nach dem Öffnen der Silos können sich die Silagen schnell erwärmen. Da hilft oft nur die Rationen anzusäuern.
Während des Silierprozesses bilden Milchsäurebakterien aus den wasserlöslichen Kohlenhydraten, wie z.B. Zucker, Säuren (vor allem Milchsäure). Diese wiederum senken den pH-Wert ab und hindern gärschädliche Bakterien am Wachstum. Diese Prozesse sind Voraussetzung für lagerstabile Silagen. Eine optimale Gärsäurebildung kann jedoch nur erfolgen, wenn gleichzeitig ausreichend Feuchtigkeit, genügend vergärbarer Zucker und viele Milchsäurebakterien vorhanden sind. Sind diese Bedingungen nicht erfüllt, wird weniger Milchsäure gebildet, der Restzuckergehalt steigt an.
Bei ca. 30 % der Grassilagen (1. bis 2. Schnitt), die in diesem Jahr an der LUFA Kassel-Harleshausen untersucht wurden, wiesen die Restzuckergehalte einen Wert deutlich über 10 Prozent in der TM auf, was auf eine verminderte Milchsäuregärung hindeutet. In der Regel handelt es sich hierbei auch um Silagen mit einem höheren TM-Gehalt (Übersicht 1) und höheren pH-Werten. Somit besteht bei fast einem Drittel der Grassilagen die erhöhte Gefahr, dass sie sich nach dem Öffnen der Silos stark erwärmen.
Neigen Silagen zur Nacherwärmung, kann versucht werden, die gefütterten Mischrationen mit Säuren (wie z.B. Propionsäure) oder Salzen zu stabilisieren:
Die Futterkosten machen den höchsten Anteil an den Produktionskosten aus. Umso wichtiger ist es, dass diese Kosten gut angelegt sind. Die einzelne Kuh richtig auszufüttern, kann... Weiterlesen: Warum fressen einige Kühe nicht? …
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