Zum Inhalt springen

Drücken Sie Öffnen / Eingabe / Enter / Return um die Suche zu starten

Checkliste: Kuhkomfort

Der Kuhkomfort hat entscheidenden Einfluss auf die Tiergesundheit und letztendlich auf das Betriebsergebnis. Im Alltag verliert man leider leicht den Überblick und man wird nachlässig. Mit folgender Checkliste lässt sich der Kuhkomfort im Betrieb leicht überprüfen.

 

Achten Sie darauf, dass Sie hinter allen Aufzählungspunkten einen Haken machen können. Können Sie es nicht, müssen Sie diesen Punkt verbessern.

Haltung:

  • Der freie Zutritt zum Futter und zu sauberem (!) Wasser ist den Kühen jederzeit möglich.
  • Um Hitzestress zu vermeiden, kann der Stall per Ventilator oder anderem Kühlsystem runtergekühlt werden.
  • Der Laufgang ist rutschfest, damit Kühe sich nicht verletzten und entspannt und regelmäßig zum Fressplatz, zur Tränke oder zur Liegebucht laufen.
  • Die Liegebox ist dem Bedürfnis des Tieres angepasst und bietet ein komfortables Bett (bestenfalls eine Tiefliegebox mit Sand, Stroh etc.).
Zur Überprüfung, ob die Stallmaßen für den Kuhkomfort noch stimmen, sollten Sie regelmäßig folgende Fragen beantworten:

  1. Machen die Kühe in der Box einen zufriedenen Eindruck? Scheinen sie sich in der Box wohlzufühlen, sowohl beim Stehen als auch beim Liegen?
  2. Liegen die Kühe in der Box oder auf dem Gang?
  3. Stehen die Kühe halb in der Box oder halb draußen vor der Box?
  4. Stehen die Kühe in der Box in einer schrägen Position?
  5. Werden alle Boxen gleich stark von den Kühe genutzt?
  6. Wenn die Kühe sich ausruhen, stehen dann mehr als 20 bis 30 Prozent in den Boxen?
  7. Sind die Euter der Kühe dreckig?
    Wenn Sie die Fragen 2, 3, 4, 6 und 7 mit einem Ja oder die Fragen 1 und 5 mit einem Nein beantwortet haben, so müssen diese Bereiche verbessert werden.

Lüftung:

  • Die Lüftung im Stall verhindert eine hohe Luftfeutigkeit im Winter und die Stauung der Hitze im Sommer. Alle Kühe bekommen genügend Luft.
Ist die Luft zu schlecht, dann riecht es im Stall stark nach Ammoniak. Die Kühe husten vermehrt, haben Nasenausfluss oder ein feuchtes Fell.

Fütterung:

  • Die Ration ist auf den Bedarf der Kuh nach ihrem Laktations- und Reproduktionsstand ausgerichtet. Das Futter wird mindestens 20 Stunden pro Tag angeboten.
  • Das Futter wird regelmäßig rangeschoben.
  • Der Futtertisch wird täglich gesäubert. Futterreste werden weggeworfen.
Umgang mit Tieren:

  • Um Stress bei den Kühen zu minimieren, werden die Kühe ruhig und langsam getrieben.
  • Kühe werden in Gruppen von wenigstens 10 Tieren (um-)getrieben, um Stress und Interaktionen zwischen den Tieren zu vermeiden.
Tiergesundheit:

  • Die tierärztliche Versorgung der Tiere ist regelmäßig und beinhaltet regelmäßige Check-Ups, präventive Impfungen und sofortige Behandlung bei einer Erkrankung.
  • Kranke Kühe werden angemessen behandelt und nach einer Behandlung mit einer Wartezeit (Antibiotika) von der Milchherde separiert, bis die Milch wieder geliefert werden darf.
  • Die Kühe werden regelmäßig in ihren Bewegungen bewertet (Locomotion Score). Lahme Kühe werden prompt behandelt. Die Behandlungs(-dauer) erfolgt nach Anweisungen des Tierarztes.
  • Die Körperkondition (Body Condition Score, BCS) wird zu verschiedenen Zeiten während der Laktation regelmäßig eingestuft. Zu dünne Kühe und zu fette werden identifiziert und Maßnahmen werden daraufhin eingeleitet.
Melkstand und Warteraum:

  • Die Kühe stehen vor dem Melken nicht länger als eine Stunde im Warteraum. Die Kühe kauen im Warteraum wider (ein Zeichen, dass es ihnen gut geht und sie zufrieden sind).
  • Beim Melken wird genau nach einer bestimmten Routine vorgegangen, so dass die Kühe nicht in Stress geraten oder Angst bekommen.
  • Die Kühe werden nach dem Melken, gegebenfalls nach dem Melken gedippt.