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Milchgipfel: Was für ein Gekasper!

Schmidt

Eigentlich ist ja schon alles gesagt über den Milchgipfel, zu dem unser umtriebiger Agrarminister Christian Schmidt am Montag dieser Woche (30. Mai) eingeladen hatte. Obwohl, zu berichten gab’s ja eigentlich nichts, es ist ja schließlich nichts Nennenswertes bei dem Gipfeltreffen dabei herausgekommen! Und doch komme ich nicht umhin, das „Nichts“ zu kommentieren.

Warum? Weil es mich auch noch 24 Stunden nach der offiziellen Pressekonferenz noch maßlos ärgert, wie die Öffentlichkeit von unserem Agrarminister und seinen „Gästen“ an der Nase herumgeführt oder besser gesagt für für dumm verkauft wird! Da stellen sich doch tatsächlich die „Gipfelstürmer“, allen voran der Minister, als Retter der Milchbauern dar! 100 Millionen Euro plus X habe man soeben mal locker gemacht! Wahnsinn!!! Was für ein Hilfspaket!!! Einfach nur gigantisch … rückwirkend gibt es eine steuerliche Gewinnglättung (super, die meisten Milchbauern werden zwar voraussichtlich keine Einkommenssteuern zahlen müssen, da sie Verluste einfahren, aber egal) … und dann gibt’s ja noch die Steuererleichterung beim Flächenverkauf (also wenn die Einnahmen aus dem Verkauf der Milch nicht ausreichen, dann sollen die Bauern doch einfach ihre Flächen verkaufen …)

Lieber Minister Christian Schmidt, geben Sie doch einfach zu, dass Sie von vorneherein wussten, dass Sie

  1. keinen Plan in der Tasche hatten, wie Sie Ihre Gipfelstürmer auf eine gemeinsame Linie einschwören können und dass deshalb
  2. auch überhaupt kein Ergebnis erzielt werden würde!

Ok, jetzt werden mir das BMEL und die Verbände vorhalten, dass man sich immerhin neben den o.g. Maßnahmen noch darauf geeinigt habe, einen Branchendialog ins Leben zu rufen. Dieser soll ein flexibles Mengenmanagement und bessere Lieferbeziehungen erarbeiten.

Unglaublich, da wurde ja schon wieder eine Nebelkerze gezündet! Was bitte schön soll den diese erneute Kaffeerunde bringen? Etwa eine Diskussion darüber, wie man die deutsche Milchbranche langfristig auf europäischer oder gar internationaler Ebene wettbewerbsfähig machen könnte/möchte? Wer glaubt denn noch ernsthaft an dieses Märchen?

Ein politisch glückloser, tragischer Held

Dass sich der Agrarminister einem solchen Gekasper überhaupt aussetzt – dass es ihm nicht peinlich ist, wenn auf der Abschluss-Pressekonferenz unmittelbar nach seiner Verkündung über die Einrichtung des Branchendialoges, der Präsident des Handelsverbandes Deutschland (HDE), Josef Sanktjohanser, unmissverständlich klarstellt, „wir halten an der Preisgestaltung fest! Die Krise kann nur durch die Reduktion der Milchmenge überwunden werden.“ Als dann auch noch der DRV-Präsident, Manfred Nüssel, klarstellte, dass sich die Molkereien in den Fragen Andienungspflicht, Lieferverträgen und Mengensteuerung keinen Millimeter bewegen werden, spätestens zu diesem Zeitpunkt hätte es Schmidt dämmern müssen, welche Rolle er in dieser Tragödie spielt: Die des politisch glücklosen, tragischen Helden (nach Schiller ist der tragische Held eine Figur, die sich in einem unauflösbaren Dilemma befindet)!

Was kann man einem Bundeslandwirtschaftsminister in einer solchen Krisensituation bloß raten? Vielleicht sollte er sich Rat einholen beim Fußballtrainer Markus Weinzierl. Dieser hat auch nach dem letzten Saisonspiel seines FC Augsburg keine Auskunft über seine berufliche Zukunft bzw. über einen möglichen Wechsel zum FC Schalke 04 gegeben. „Es gibt von mir nichts zu sagen. Ich bin nicht in der Position, etwas zu verkünden“, so Weinzierl.

Gregor Veauthier

Über den Autor

Team Elite

In diesem Blog lässt das Team der Elite-Redaktion seinen Gedanken freien Lauf. Hier geht es um alles, was das Thema Milchproduktion so spannend macht. Wir hoffen, Sie haben Spaß an unseren Berichten, lassen sich von ihnen ein wenig inspirieren und schreiben uns auch mal, was Sie davon halten. Wir freuen uns auf Ihr Feedback.

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Foto: Elite

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