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Jetzt wird besamt!

Erfolgreiche Herdenmanager
Erfolgreich bestanden: Neben der Prüfung zum Herdenmanager sind jetzt auch alle Teilnehmer berechtigt die Tiere im eigenen Bestand zu besamen.

Gefühlt gerade erst begonnen - nun schon wieder vorbei! Ende März fand das letzte Modul unseres Herdenmanager-Kurses statt. Es stand ganz im Zeichen der Fruchtbarkeit. Alle, die bis zu diesem Zeitpunkt noch keine Eigenbestandsbesamer waren, konnten den EB-Schein machen. So viel sei vorneweg gesagt, alle haben bestanden!

Ende März war es ein letztes Mal soweit! Die 25 Teilnehmer der mittlerweile dritten Elite Herdenmanager-Fortbildung trafen sich auf dem Gut Hohen Luckow zu dem Thema "Fruchtbarkeit". Alle Teilnehmer, die bis dahin noch keine Eigenbestandsbesamer waren, konnten an vier Tagen an dem Eigenbestandsbesamer-Kurs der Firma Alta Genetics teilnehmen. Hier ein kleiner Überblick über die einzelnen Themenkomplexe.

Tierschutz, Tiergesundheit, Tierzucht

Um Eigenbestandsbsamer zu werden, reicht es nicht allein aus, zu wissen wie man eine Kuh besamt. In dem Kurs wurde auch Wissen zu den Themen Tierschutz, Tiergesundheit und Tierzucht vermittelt.

  • Tiergesundheitsgesetz: Seit dem 1. Mai 2014 ist das Tierseuchengesetz durch das Tiergesundheitsgesetz abgelöst worden. Dieses neue Gesetz regelt die Bekämpfung, Überwachung und die Entschädigung im Seuchfall. Neue Pflichten für Tierhalter sind z.B. Sorge zu tragen, dass Tierseuchen weder in den Bestand eingeschleppt noch aus dem Bestand verschleppt werden, sich sachkundig zu machen bzw. Vorbereitungen zur Umsetzung von Maßnahmen zu treffen. Zu den relevanten Tierseuchen gehören u.a.: Blauzungenkrankheit, BVD, BHV1, Rinderpest, Rindertuberkulose, Leukose, Brucellose und die Maul- und Klauenseuche.
  • Tierschutzgesetz: Der Zweck dieses Gesetzes ist es, das Leben und Wohlbefinden der Tiere zu schützen. Deshalb gilt: "Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schaden zufügen."  In diesem Gesstz sind weiterhin verschiedene Verbote erlassen worden. Hierzu gehören u.a.: das Verbot von Überanstrengung und Doping, Abgabe kranker oder verletzter Tiere, das Aussetzen und Auswildern von Tieren und die Zwangsfütterung.
  • Tierzuchtgesetz: Das Tierzuchtrecht wird für die Zucht von Rindern und Büffeln, Schweinen, Schafen, Ziegen und Pferde angewendet. Die Zucht hat zum Ziel, die Leistungsfähigkeit und die Wirtschaftlichkeit der Tiere zu verbessern sowie die qualitativen Anforderungen an die Erzeugnisse zu erhöhen. Sperma für die Besamung dürfen Milcherzeuger nur von Besamungsstationen und Spermadepots beziehen. Besamen dürfen nur Tierärzte, Fachagrarwirte für Besamungswesen, Besamungsbeauftragte und Eigenbestandsbesamer. Eigenbestandsbesamern ist es jedoch nur auf ihren eigenen Betrieben bzw. auf den Betrieben auf denen sie angestellt sind erlaubt zu besamen. Eine weiterer wichtiger Punkt für Eigenbestandsbesamer sind die zu erhebenden Daten nach einer Besamung. Zu den Daten gehören Name des besamten Tieres, Name des Bullen, Name des Tierhalters und des Besamers, Datum der Besamung und Anzahl der Spermaportionen.

Auch Auftauen will gelernt sein

Auch das Thema Auftauen der Samenportionen wurde in dem Kurs besprochen. Der sorgfältige Umgang mit dem Sperma ist deshalb so wichtig, weil Samenzellen extrem empfindlich sind: Jede Erwärmung ist eine Gefahr – jede Abkühlung jedoch tödlich. Darum sollte ein Spermacontainer niemals seine Fähigkeit zu kühlen, sprich die Stickstofffüllung, verlieren. Leider sagt es gar nichts über den Füllstand aus, ob es aus einem Spermabehälter dampft. Besser ist es, diesen einmal wöchentlich zu messen.
Dazu einfach an einem festgelegten Tag einen farbigen Zollstock in den Container halten und den Füllstand ablesen. Fällt dieser unter zehn Zentimeter, sollte innerhalb der kommenden Woche Stickstoff nachgefüllt werden. Bei weniger als 5 Zentimetern besteht für die Portionen akute Gefahr – sofort Stickstoff auffüllen! Der Container sollte außerdem so gelagert werden, dass er sicher steht und nicht beschädigt wird. Bewährt hat sich eine rollbare Unterlage, damit der Behälter isoliert sowie gut erreichbar ist und trotzdem nur minimal bewegt wird. Auch den Verschluss sollten Sie regelmäßig kontrollieren.
Für die Entnahme gilt Folgendes:


  • Portionen immer so tief wie möglich halten – nicht über den Rand des Containers hinaus heben. Markierung und/oder Frostlinie im Hals des Containers beachten.

  • So wenig Portionen wie möglich anheben. Im oberen Teil kühlt der gasförmige Stickstoff den Container lediglich auf eine Temperatur von 0 bis -50 °C ab, das ist für Sperma zu warm. Nur am Boden des Containers herrscht durch den flüssigen Stickstoff eine Temperatur von -196 °C.
  • Portionen so schnell wie möglich und nur mit der Pinzette entnehmen, maximal drei Portionen auf einmal zum Versamen mitnehmen. Jede Erwärmung vermeiden!
Schlachtorgan

Last but not least wurde natürlich auch das Besamen geübt. Zuerst an Betsy, der Gummikuh und an einer Reihe von Schlachtorganen, an denen die Cervix (Gebärmutterhalsöffnung) erfühlt werden konnte. Aber schon am Nachmittag des ersten Tages konnten die Teilnehmer sich auch direkt an den Kühen ausprobieren und ein Gefühl für die Lage der Organe bekommen. In den darauffolgenden Tagen wurde dann auch das Einführen der Seminette geübt. Am letzten Tag standen dann für die meisten Teilnehmer gleich zwei Prüfungen auf dem Programm. Zum einen die mündliche und schriftliche Prüfung zum Eigenbestandsbesamer, zum anderen die Herdenmanager-Prüfung, in der die Inhalte der vier Module abgefragt wurden. Alle Teilnehmer haben die Prüfungen mit Bravour bestanden.
 

Über den Autor

Team Elite

In diesem Blog lässt das Team der Elite-Redaktion seinen Gedanken freien Lauf. Hier geht es um alles, was das Thema Milchproduktion so spannend macht. Wir hoffen, Sie haben Spaß an unseren Berichten, lassen sich von ihnen ein wenig inspirieren und schreiben uns auch mal, was Sie davon halten. Wir freuen uns auf Ihr Feedback.

Schlagworte

Hohen, Kurses, Luckow, Teilnehmer, Fruchtbarkeit, Herdenmanager, Trefens

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