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Elite Herdenmanager 2016

„Ich wünsche mir von Dir...“

Mitarbeitergespräch

Wie erkläre ich am besten meinen Mitarbeitern, was ich von ihnen möchte? Mit diesem und weiteren Punkten beschäftigten sich die 26 Teilnehmer des Elite Herdenmanager-Kurses an den Praxistagen zum Modul Arbeitsorganisation/Mitarbeiterführung Mitte Februar.

„Unsere Zellzahlen sind zu hoch!“ „Letztes Jahr haben die Kühe noch 500 kg mehr Milch gegeben und die Rinder kalben erst mit 28 Monaten!“ ... so oder ähnlich klingt es auf vielen Betrieben bei der Auswertung von MLP oder dem Blick in den Betriebsspiegel. Dann stellt sich die Frage: „Was können wir tun?“ Irgendwas muss sich ändern, denn so soll es nicht weiter gehen. Aber wo soll man anfangen?

Ziele müssen her!

Dr. Joachim Kleen empfiehlt im ersten Schritt konkrete Ziele zu definieren – „Die Zellzahl muss niedriger werden.“ Hierbei ist wichtig, diese Ziele „SMART“ zu gestalten, das heißt spezifisch, messbar, angemessen, realistisch und terminiert – Konkret: „Die Zellzahl soll bis Juli 2017 von 300.000 auf 200.000 Zellen sinken.“
Ziele können auch in mehreren Abstufungen ausgedrückt werden. Dies motiviert alle Beteiligten, auch wenn ein Ziel nur zu 90% erreicht werden konnte.

Zwei kleine Tricks:

  • Ziele als vollständige Sätze ausformulieren - so weiß jeder genau, was gemeint ist.
  • Ziele ausdrucken/ordentlich aufschreiben und an exponierte Stelle (z.B. Stalleingang) hängen – dann bleiben sie jedem besser in Erinnerung.
 
Die gesetzten Ziele müssen natürlich auch allen Beteiligten bekannt sein! Das klingt zwar selbstverständlich, ist es aber nicht. Wichtig ist, dass alle am Produktionsprozess Beteiligten (Angestellte, Betriebsleiter, Familien-AK) miteinander reden. Auch das klingt selbstverständlich, aber mal Hand aufs Herz – auch hier ist bei dem ein oder anderen Betrieb noch Verbesserungspotenzial vorhanden. Plant regelmäßige Mitarbeitergespräche in Euren Wochenplan ein! Gebt Feedback! Und zwar auch auf Familienbetrieben. Dazu können z.B. auch gemeinsame Mahlzeiten oder Kaffeepausen genutzt werden. Mitarbeitergespräche können auch nach einem Ereignis (z.B. einer Totgeburt) als Analyse dieses Vorkommnisses stattfinden. Dies sollte zeitnah und in freundlichem Ton stattfinden. Kleen empfiehlt hierfür das Formulieren von Ich-Botschaften und liefert direkt einen möglichen Gesprächsaufbau: „Ich habe bemerkt, dass wir in letzter Zeit viele Kälber mit Durchfall haben. Das stört mich. Ich wünsche mir von Dir, dass Du in Zukunft mehr darauf achtest.“ Klingt einfach, ist es aber nicht! Also hieß es für die 26 Seminar-Teilnehmer ab ins „Feedback-Karussell“: Hier übten sie sich im Feedback mit Ich-Botschaften an den anderen Kursteilnehmern. Nach anfänglicher Skepsis entdeckten sie die Vorteile dieses Gesprächsaufbaus. In einem freundlichen Ton lässt sich konstruktive Kritik wirkungsvoller übermitteln als in einem vorwurfsvollen Ton!

Arbeitspläne erstellen!

Ein weiterer Punkt der Betriebsführung ist das Organisieren der Arbeit. Wichtig ist hierbei, dass die hierarchischen Strukturen geklärt sind. Es muss dabei nicht die gesamte Verantwortung bei einer Person liegen, sondern kann auch teilweise auf andere Mitarbeiter übertragen werden. Dazu gehört auch, dass man einen Mitarbeiter „einfach mal machen“ lässt und anschließend positive und negative Aspekte der erledigten Arbeit diskutiert. Die Verteilung der Verantwortung macht den Betrieb als Konsequenz stabiler für eine Krise, in der z.B. der Betriebsleiter kurzfristig für eine bestimmte Zeit ausfällt.
Die Arbeitsabläufe auf dem Betrieb können in Prozesse unterteilt werden, denen wiederum einzelne Arbeitsschritte zugrunde liegen. Damit jemand seine Arbeit auf dem Betrieb auch „richtig“ machen kann, muss er wissen, was richtig ist. Deshalb sollte diese schriftlich in Arbeits- und Wochenplänen festgehalten werden. Anhand der SOPs können:

  • neue Mitarbeiter eingearbeitet werden
  • sich Mitarbeiter immer wieder orientieren
  • Feedback-Gespräche geführt werden.
 
SOPs ersetzen jedoch keine Arbeitskontrolle – können diese aber vereinfachen.
Wichtig für den erfolgreichen Einsatz von SOPs:
  • sie müssen für die betreffenden Personen verständlich sein! Dazu ggf. in die jeweilige Sprache übersetzen lassen!
  • Die Anweisungen müssen so detailliert sein, dass keine Frage offen bleibt. Gleichzeitig sollten sie für den Mitarbeiter informativ und nicht zu umständlich  zu lesen sein. Deshalb gilt: So genau wie nötig, so einfach wie möglich!
  • Arbeitsschritte sinnvoll mit Bildern veranschaulichen

Über den Autor

Team Elite

In diesem Blog lässt das Team der Elite-Redaktion seinen Gedanken freien Lauf. Hier geht es um alles, was das Thema Milchproduktion so spannend macht. Wir hoffen, Sie haben Spaß an unseren Berichten, lassen sich von ihnen ein wenig inspirieren und schreiben uns auch mal, was Sie davon halten. Wir freuen uns auf Ihr Feedback.

Schlagworte

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